Zu den schönsten Landschaftselementen am Jauerling und in der Wachau zählen die artenreichen Trockenrasen, sowie die Wiesen- und ehemaligen Weideflächen (Hutweiden). Auf offenen, grusigen und warmen Standorten finden sich wertvolle Federgrasfluren. In der kleinteiligen Kulturlandschaft entwickelten sich diese artenreichen Pionierrasen (vorwiegend auf Silikatkuppen) in Abhängigkeit von der jeweiligen Bodenbeschaffenheit auf sonnenexponierten Standorten.

Häufig sind auf aufgelassenen Weinterrassen oder Rainen Magerwiesen der Trespen – Schwingel- Kalktrockenrasen und Glatthaferwiesen zu finden. Dominante Gräser dieser Steppenrasen sind Schafschwingel, Federgras, Pfriemengras und Siebenbürger Perlgras. Unter der langen Liste der floristischen Besonderheiten ist das Vorkommen von mehr als 30 Orchideenarten wie diverser Knabenkräuter, Ragwurzen oder der Adriatischen Riemenzunge anzuführen. Zu den ursprünglichen Lebensräumen der Wachau zählen auch die Felssteppen mit ihren typischen Arten. Außerordentlich hoch ist auch die Artenvielfalt an Insekten mit zahlreichen seltenen und gefährdeten Leitarten. Hervorzuheben sind schöne und große Bestände an Federgras, Großer Kuhschelle, Echter Kugelblume und Sibirischer Glockenblume. Auf den felsigen Gebieten gibt es große Bestände des Tüpfelfarns. Eine Besonderheit ist der gefährdete Feinblatt-Eisenhut.

Die Trockenrasen entlang der Donau wurden seit dem Mittelalter als extensive Weideflächen genutzt. Heute sind sie durch Verbuschung gefährdet. Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden diese Wachauer Trockenbiotope beweidet. Dies hat wesentlich zur Entstehung und Ausprägung der Trockenrasenvegetation auf den ehemaligen Hutweiden beigetragen. Heute gibt es in der Wachau kaum mehr Viehhaltung, viele Wiesen liegen brach. Immer weniger Flächen werden derzeit noch von Weinbauern gepflegt bzw. von den wenigen Grünlandbetrieben bewirtschaftet. Daher ist die Beweidung größerer Flächen ein Beitrag zur Offenhaltung der Wachauer Wiesen. Auf der Hochebene des Jauerlings und seinen Waldviertler Flanken bei Raxendorf und Weiten wird noch Vieh- und Milchwirtschaft betrieben. Hier existiert noch eine großflächige zusammenhängende Wiesenflur mit traditionellen und artenreichen Landschaftselementen wie Rainen, Böschungen, Streuobstwiesen und Terassenstrukturen. Diese kleinstrukturierten Elemente sind unersetzbare Lebensräume für Vögel, Kleintiere und Insekten. Durch den Rückgang der Milchwirtschaft und der ansteigenden Christbaumzucht sind die Jauerlinger Trockenrasen in ihrem Bestand allerdings schwerst gefährdet.

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