ReNature³ - Anpacken für die zukunftsfitte Kulturlandschaft

in den Naturparken Jauerling-Wachau, Rosalia-Kogelberg und Südsteiermark

30.09.2026, Maria Laach am Jauerling – Drei Naturparke, drei Bundesländer, ein gemeinsames Ziel: Im Projekt „ReNature³ – Anpacken für die zukunftsfitte Kulturlandschaft“ arbeiten die Naturparke Jauerling-Wachau, Rosalia-Kogelberg und Südsteiermark gemeinsam daran, artenreiche Kulturlandschaften zu erhalten und zu renaturieren, wertvolle Lebensräume zu vernetzen und die Zusammenarbeit mit Landwirt:innen in den Regionen weiter zu stärken.

Kulturlandschaften wie Wiesen, Weiden, Streuobstwiesen und andere extensiv bewirtschaftete Flächen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs. Diese sind sie auf eine regelmäßige und angepasste Bewirtschaftung angewiesen. Klimawandel, zunehmende Trockenheit, Veränderungen in der Landwirtschaft und die Aufgabe von Flächen stellen ihre Erhaltung jedoch zunehmend vor Herausforderungen.

Genau hier setzt das bundesländerübergreifende Projekt „ReNature³ – Anpacken für die zukunftsfitte Kulturlandschaft“ an. Die Naturparke Jauerling-Wachau in Niederösterreich, Rosalia-Kogelberg im Burgenland und Südsteiermark in der Steiermark bündeln dabei ihre Erfahrungen und entwickeln gemeinsam Maßnahmen für den Schutz und die Wiederherstellung wertvoller Kulturlandschaften.

Im Mittelpunkt stehen praktische Naturschutzmaßnahmen, die Verbesserung des Biotopverbunds sowie die Zusammenarbeit mit Landwirt:innen, Gemeinden und weiteren regionalen Partnern. Gleichzeitig sollen Wissen und Erfahrungen zwischen den drei Naturparkregionen ausgetauscht und erfolgreiche Ansätze auch über die jeweiligen Bundesländer hinaus nutzbar gemacht werden.

„Unsere Kulturlandschaft ist durch die Arbeit vieler Generationen von Landwirtinnen und Landwirten entstanden. Damit sie auch in Zukunft erhalten bleibt, brauchen wir beides: wirtschaftlich tragfähige landwirtschaftliche Betriebe und eine vielfältige, widerstandsfähige Natur. Gerade angesichts zunehmender Trockenheit und des Klimawandels ist es entscheidend, Biodiversitätsschutz und landwirtschaftliche Bewirtschaftung gemeinsam zu denken und Lösungen zu entwickeln, von denen beide profitieren“, betont Mathilde Stallegger, Geschäftsführerin des Naturparks Jauerling-Wachau.

Auch im Naturpark Südsteiermark steht die enge Verbindung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz im Zentrum. „Viele wertvolle Lebensräume können nur erhalten werden, wenn sie auch weiterhin bewirtschaftet und gepflegt werden. Mit ReNature³ wollen wir gemeinsam mit den Menschen in der Region konkrete Möglichkeiten entwickeln, wie Biodiversität, Kulturlandschaft und eine zukunftsfähige Landwirtschaft miteinander verbunden werden können“, erklärt Kilian Cresnik, Leiter des Naturparks Südsteiermark.

Der Austausch zwischen den drei Naturparken ist dabei ein wichtiger Bestandteil des Projekts. „Die Herausforderungen in unseren Regionen unterscheiden sich in manchen Punkten, gleichzeitig gibt es viele gemeinsame Themen. Genau darin liegt eine große Chance: Wir können voneinander lernen, Erfahrungen teilen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die direkt in der Praxis wirken“, so Marlene Hrabanek-Bunyai, Geschäftsführerin des Naturparks Rosalia Kogelberg.

Auftakt am Jauerling: Landwirtschaft und Naturschutz im Austausch

Im Naturpark Jauerling-Wachau bildete eine Veranstaltung zum Regionalen Naturschutzplan am 23. September einen ersten regionalen Schwerpunkt des Projekts. Rund 40 Landwirt:innen aus der Naturparkregion tauschten sich dabei zu aktuellen Herausforderungen in der Bewirtschaftung und im Naturschutz aus.

Ein zentrales Thema waren die Folgen der außergewöhnlichen Trockenheit des heurigen Sommers. Futterknappheit und die zunehmende Belastung landwirtschaftlicher Flächen beschäftigen viele Betriebe. Diskutiert wurde deshalb auch die Frage, unter welchen Voraussetzungen bereits verbrachte Wiesen wieder in Bewirtschaftung genommen und in Zeiten von Futterknappheit genutzt werden können.

Bei einer anschließenden Exkursion führte Landschaftsökologe Reinhard Kraus die rund 40 Teilnehmer:innen durch das Biodiversitäts-Kleinod Zehentegg in der Naturpark-Gemeinde Raxendorf. Dabei wurde sichtbar, wie eng landwirtschaftliche Nutzung, Pflege und Artenvielfalt miteinander verbunden sind.

„Die große Beteiligung der Landwirtinnen und Landwirte zeigt, wie wichtig der gemeinsame Austausch ist. Gerade nach einem Sommer, der viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt hat, müssen wir gemeinsam nach Lösungen suchen. Als Naturpark wollen wir die Landwirtschaft dabei unterstützen, unsere wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten und gleichzeitig die wirtschaftliche Zukunft der Betriebe zu sichern“, betont Lorenz Reisinger, Obmann des Naturparks Jauerling-Wachau.

Im Rahmen des Projekt ReNature³ werden in den kommenden Jahren weitere konkrete Maßnahmen in allen drei Naturparkregionen umsetzen und gleichzeitig die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und regionalen Akteur:innen stärken.

Das Projekt „ReNature³ – Anpacken für die zukunftsfitte Kulturlandschaft in den Naturparken Jauerling-Wachau, Rosalia-Kogelberg und Südsteiermark“ wird von Bund, Ländern und Europäischer Union finanziert.

***Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union***